Felix Georgi (1888 bis 1961)

Lehrer und Heimatforscher

 

In Greußen als Sohn eines Buchdruckers geboren, zog es Felix Georgi nach dem Lehrerstudium in Sondershausen 1909 nach Plaue, weil ihm die Stadt und ihre Umgebung mit den Reinsbergen und der Ehrenburg so gefiel.

 

34 Jahre lang war er mit einigen Unterbrechungen an der plaueschen Schule als Lehrer und Schuldirektor tätig, wo er vor allem die Fächer Deutsch und Biologie unterrichtete. Er konnte acht Sprachen – slawische und vor allem belgisch, denn in Belgien war er als Soldat während des 1. Weltkrieges stationiert und durfte dank glücklicher Fügungen dort als Lehrer tätig sein.

 

Als Schuldirektor wohnte er mit seiner aus Plaue stammenden Frau Helene und vier Töchtern in einer Dienstwohnung im alten Anbau der ehemaligen Schule neben der Liebfrauenkirche, aber sein Lieblingsort war die Waldhütte am Fuße der Reinsberge in Nähe der „Haases Ruh‘“, die heute noch existiert.

 

Neben seiner Lehrertätigkeit beschäftigte er sich mit der Geologie der Umgebung hinsichtlich von Ausgrabungen keltischer Gräber. Diese stellte er als Exponate den Naturkundemuseen in Erfurt und Weimar zu Verfügung. Dazu veröffentlichte er auch Publikationen in verschiedenen Medien.

 

Des Weiteren sammelte er Material für den Heimatkundeunterricht, was die spätere Grundlage für die Plauesche Chronik war. Behilflich waren ihm dabei die damaligen amtlichen Würdenträger wie der Pfarrer, der Bürgermeister, der Stadtkämmerer, Kammerherr Arthur von Schierholz, der Postmeister, der Bahnhofsvorsteher, Lehrerkollegen, ein Porzellanmaler und Einwohner. Die Chronik erschien 1927, in deren Schlusswort er u. a. den Wunsch äußert, dass dieses Werk zur Förderung und Pflege der Heimatliebe beitragen möge.

 

Unter den Einwohnern stieß die Chronik auf großes Interesse, denn auch ein Nachdruck der Ersterscheinung aus dem plaueschen Verlag Frauendorff ist schon längst vergriffen. In vielen Haushalten Plaues exisitiert ein solches Exemplar, welches jeweils weitervererbt wird.

 

Als Vorsitzender des Thüringer Waldvereins ging die Heimatliebe Felix Georgis auch über Plaue hinaus, was sich in den Veröffentlichungen seiner geologischen und heimatkundlichen Forschungen in den damaligen Medien widerspiegelte.

 

Der 2. Weltkrieg und seine Folgen gingen auch an dem Lehrer und Schuldirektor Felix Georgi nicht spurlos vorüber, denn er und einige andere Persönlichkeiten aus Plaue wurden nach Kriegsende ins Internierungslager Buchenwald deportiert. Das Glück in diesem Unglück war, dass er 1948 nach Plaue lebend, jedoch gesundheitlich angeschlagen zurückkehrte. In den Schuldienst durfte er zunächst nicht zurückkehren und musste so seinen Lebensunterhalt als Pförtner in der Porzellanfabrik verdienen. Erst 1955 wurde er rehabilitiert und konnte bis zu seinem Ruhestand noch zwei Jahre als Lehrer in Rippersroda tätig sein.

 

Auch im Ruhestand engagierte er sich für Plaue, indem er den FDGB-Urlaubern seine schöne Heimat näher brachte. Des Weiteren regte er schon damals den Bau eines Schwimmbades an, der jedoch erst einige Jahre nach seinem Tod unter hoher Beteiligung der Einwohner realisiert werden konnte. In unmittelbarer Nähe des heute noch existierenden und sanierten Schwimmbades wurde ein Weg nach ihm benannt, um an den heimatverbundenen Verfasser der Plaueschen Chronik zu erinnern.

 

Seine sieben Enkel sind stolz auf ihren Großvater und sind Plaue heute noch verbunden, indem sie hier öfters zu Besuch sind und sein Grab pflegen.